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ISO 9001:2026 – Alle Änderungen der Revision im Überblick

Was sich mit der neuen Norm ändert, welche Unternehmen betroffen sind und was QMBs jetzt wissen müssen.

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Die ISO 9001 ist die weltweit am häufigsten angewandte Norm für Qualitätsmanagementsysteme (QMS). Über eine Million Unternehmen in mehr als 170 Ländern sind nach ihr zertifiziert. Die aktuelle Version – ISO 9001:2015 – ist seit über zehn Jahren in Kraft und wird nun überarbeitet.

Die neue Ausgabe trägt den Namen ISO 9001:2026 und soll voraussichtlich im September 2026 veröffentlicht werden. Es handelt sich dabei nicht um eine Grundsatzrevision, sondern um eine gezielte Aktualisierung: Die Norm wird an die aktuelle ISO-Struktur angepasst, einzelne Anforderungen werden präzisiert, und neue Themen wie Klimawandel und Qualitätskultur werden explizit verankert.

Dieser Beitrag erklärt alle relevanten Änderungen – praxisnah und ohne unnötigen Normenjargon.

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Zeitplan und aktueller Stand

Die Revision der ISO 9001 folgt einem festgelegten Verfahren der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Im August 2025 wurde der Draft International Standard (DIS) veröffentlicht – die vorletzte Stufe vor der endgültigen Norm. Der DIS hat bereits breite Zustimmung erhalten, sodass keine wesentlichen inhaltlichen Änderungen mehr zu erwarten sind.

Nach der Veröffentlichung gilt voraussichtlich eine Übergangsfrist von drei Jahren. In dieser Zeit können Unternehmen ihre bestehende ISO 9001:2015-Zertifizierung auf die neue Norm umstellen. Danach verlieren ISO 9001:2015-Zertifikate ihre Gültigkeit.

Wichtig: Die Übergangsfrist beginnt erst mit der offiziellen Veröffentlichung. Wer früh mit der Vorbereitung beginnt, vermeidet Engpässe bei Zertifizierungsstellen – die Kapazitäten werden gegen Ende der Frist erfahrungsgemäß knapp.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Die ISO 9001:2026 bringt keine Revolution – aber mehrere klare Neuerungen, die in der Praxis relevant sind. Hier die wichtigsten auf einen Blick:

1. Anpassung an die Harmonized Structure (HS)

Die ISO 9001:2015 war die erste Norm in der damals neuen „High Level Structure". Inzwischen wurde diese Struktur zur Harmonized Structure (HS) weiterentwickelt. Die ISO 9001:2026 passt sich daran an.

Das bedeutet: Begrifflichkeiten, Kapitelaufbau und Anforderungen werden mit anderen ISO-Managementnormen (z. B. ISO 14001, ISO 45001) weiter vereinheitlicht. Wer ein integriertes Managementsystem betreibt, profitiert davon direkt – weniger Doppelarbeit bei Dokumentation und Auditierung.

 

2. Klimawandel-Amendment (Abschnitt 4.1 und 4.2)

Bereits 2024 hatte die ISO ein Klimawandel-Amendment verabschiedet, das für alle HS-Normen gilt. Dieses Amendment ist nun in die ISO 9001:2026 integriert. Konkret verlangt Abschnitt 4.1, dass Unternehmen im Rahmen ihrer Kontextanalyse bewerten, ob der Klimawandel für sie ein relevantes Thema ist.

Wichtig: Die ISO 9001 bleibt eine Qualitätsmanagementnorm, keine Umweltnorm. Es geht nicht darum, ein Klimaschutzprogramm aufzubauen, sondern den Klimawandel als möglichen externen Einflussfaktor nicht zu ignorieren. Für viele Unternehmen genügt eine kurze, dokumentierte Bewertung.

 

3. Risiken und Chancen werden getrennt betrachtet (Abschnitt 6.1)

In der bisherigen Norm wurden Risiken und Chancen unter Abschnitt 6.1 gemeinsam behandelt. Die ISO 9001:2026 trennt beide Konzepte deutlicher voneinander. Das soll klarstellen, dass Chancen nicht nur als Kehrseite von Risiken zu verstehen sind, sondern eigenständig identifiziert und genutzt werden sollen.

In der Praxis bedeutet das: QMS-Dokumentationen, die bisher Risiken und Chancen in einem Atemzug behandelt haben, sollten überprüft und ggf. angepasst werden.

 

4. Qualitätskultur und ethisches Verhalten (Abschnitt 5.1.1)

Neu in Abschnitt 5.1.1: Die oberste Leitung wird explizit verpflichtet, eine Qualitätskultur und ethisches Verhalten im Unternehmen aktiv zu fördern. Dieser Punkt hat vor allem eine Signalwirkung – er macht deutlich, dass ISO 9001 nicht nur Prozesse, sondern auch Unternehmenskultur betrifft.

Für QMBs ist das eine wichtige Erweiterung des eigenen Aufgabenbereichs: die Qualitätskultur messbar zu machen und gegenüber der Geschäftsführung zu adressieren.

 

5. Erweiterte Kundenkommunikation (Abschnitt 8.2.1)

Abschnitt 8.2.1 zur Kundenkommunikation wird erweitert: Organisationen müssen künftig nicht nur Notfallmaßnahmen definieren, sondern diese auch aktiv an Kunden kommunizieren. Der Fokus verschiebt sich von reaktiver Planung zu proaktiver Information.

 

6. Neuer informativer Anhang A

Erstmals enthält die ISO 9001 einen umfangreichen informativen Anhang A mit rund 15 Seiten Leitlinien zu allen Hauptkapiteln (4–10). Ziel ist es, Auslegungsspielräume zu reduzieren und die Anwendung der Norm zu erleichtern – besonders für neue Anwender, aber auch für erfahrene QMBs als nützliches Nachschlagewerk.

Änderungen je Normkapitel im Überblick

Ablauf

Betriebliches Vorschlagswesen als wichtiger Bestandteil kontinuierlicher Verbesserung

Im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) spielt das betriebliche Vorschlagswesen eine bedeutende Rolle. Hierbei werden Mitarbeiter dazu ermutigt, ihre Ideen und Vorschläge zur Optimierung von Arbeitsabläufen und Prozessen einzureichen. Das Vorschlagswesen dient somit als Instrument zur Förderung von Innovation und zur Steigerung der Effizienz im Unternehmen. Durch die Einbindung der Mitarbeiter in den KVP Prozess wird nicht nur deren Know-how und Kreativität genutzt, sondern auch deren Motivation gesteigert. Eine transparente und strukturierte Umsetzung des betrieblichen Vorschlagswesens trägt somit maßgeblich zum Erfolg des KVP bei.

Ziele des KVP

Die Ziele des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) sind vielfältig und umfassen sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte. Im Vordergrund steht die stetige Optimierung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen, um die Effizienz und Effektivität in Unternehmen zu steigern. Darüber hinaus zielt der KVP darauf ab, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, indem er auf die kontinuierliche Verbesserung der Produkt- und Servicequalität abzielt. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Mitarbeiterbeteiligung, indem ein Umfeld geschaffen wird, das zur Identifikation von Verbesserungspotenzialen und zur aktiven Mitgestaltung anregt. Schließlich zielt der KVP darauf ab, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen.


Ziele des KVP sind zum Beispiel:

  • Prozessverbesserungen

  • Vermeidung von Ressourcenverschwendungen

  • Verbesserungen der Qualität

  • Verbesserung der Kundenzufriedenheit

  • Verbesserungen der Mitarbeiter-Zufriedenheit

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Ziele

Einsatzgebiete des KVP Prozess

Der KVP Prozess, auch bekannt als Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bietet zahlreiche Einsatzgebiete in Unternehmen. Egal ob im produzierenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor oder in der Verwaltung - der KVP Prozess kann überall angewendet werden. Zu den möglichen Einsatzgebieten gehören unter anderem die Steigerung der Effizienz und Qualität von Prozessen, die Reduzierung von Verschwendungen und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen. Auch bei der Einführung neuer Produkte oder der Optimierung der Kundenorientierung kann der KVP Prozess hilfreich sein. Durch die kontinuierliche Analyse und Anpassung von Abläufen können Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger werden und sich den Herausforderungen des Marktes erfolgreich stellen.

Im Büro

Auch im Büro kann dieser Prozess erfolgreich angewendet werden. Durch regelmäßige Analyse, Planung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen können im Büroalltag effizientere Arbeitsweisen entwickelt werden. Dies führt nicht nur zu einer höheren Produktivität, sondern auch zu einer Steigerung der Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter. Der Einsatz des KVP Prozesses im Büro ist daher ein wichtiger Schritt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und den Erfolg des Unternehmens zu sichern. Mit einer kontinuierlichen Optimierung der Büroarbeit können Zeit und Ressourcen eingespart werden, was letztendlich zu einer höheren Rentabilität führt. Nutzen Sie also die Vorteile des KVP Prozesses und integrieren Sie ihn erfolgreich in Ihren Büroalltag.

In der Fertigung und Montage

Der Einsatz des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) ist in der Fertigung und Montage von großer Bedeutung. Durch die systematische Analyse und Optimierung von Arbeitsabläufen können Prozesse effizienter gestaltet werden. Dadurch werden nicht nur Zeit und Kosten eingespart, sondern auch die Qualität der Produkte verbessert. Die regelmäßige Anwendung des KVP führt zu einer stetigen Weiterentwicklung und somit zu einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Durch die Einbindung aller Mitarbeiter in den Prozess wird zudem eine höhere Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen geschaffen. Der Einsatz des KVP ist somit ein wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Fertigung und Montage.

Einsaztgebiete

KVP Methoden und Werkzeuge

Es gibt eine Vielzahl von KVP Methoden und Werkzeugen, die in verschiedenen Branchen und Bereichen eingesetzt werden. Einige der bekanntesten Methoden sind Lean Management, Six Sigma, Kaizen und 5S. Diese Methoden zielen darauf ab, Prozesse zu optimieren, Verschwendung zu reduzieren und die Produktivität zu steigern. Darüber hinaus gibt es spezifische Werkzeuge wie das Ishikawa-Diagramm, auch Fischgrätendiagramm genannt, das zur Identifizierung von Ursachen für ein Problem verwendet wird, oder die Pareto-Analyse, die dabei hilft, die wichtigsten Problembereiche zu identifizieren. Andere Werkzeuge sind das PDCA (Plan-Do-Check-Act) Modell und die 5-Why-Methode zur Problemlösung.

PDCA Zyklus

Der PDCA-Zyklus, auch bekannt als Deming-Zyklus, ist ein vierstufiger Managementansatz, der in Unternehmen zur kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen und Produkten eingesetzt wird. Die Abkürzung PDCA steht für Plan, Do, Check, Act (Planen, Durchführen, Überprüfen, Handeln). Im ersten Schritt (Plan) wird ein Plan zur Verbesserung erstellt. Im zweiten Schritt (Do) wird der Plan umgesetzt. Im dritten Schritt (Check) werden die Ergebnisse überprüft und mit den erwarteten Ergebnissen verglichen. Im letzten Schritt (Act) werden die notwendigen Korrekturen vorgenommen und der Zyklus beginnt von Neuem. Dieser iterative Prozess ermöglicht eine ständige Überwachung und Optimierung von Prozessen und trägt so zur kontinuierlichen Verbesserung bei.

Q7 Qualitätswerkzeuge

Die Q7 Qualitätswerkzeuge, auch als 7QC-Tools bekannt, sind statistische Werkzeuge, die in der Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement eingesetzt werden. Sie umfassen das Histogramm, das Pareto-Diagramm, das Ishikawa-Diagramm, den Korrelationsdiagramm, den Kontrollkarten, den Streudiagramm und das Stratifikationsdiagramm. Diese Werkzeuge werden zur kontinuierlichen Verbesserung eingesetzt, indem sie dazu beitragen, Daten zu sammeln, zu analysieren und zu visualisieren, um Muster, Trends und Probleme in Prozessen zu identifizieren. Sie ermöglichen es den Teams, die Ursachen von Qualitätsproblemen zu ermitteln und Lösungen zu entwickeln, um diese zu beheben und die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern.

Methoden & Werkzeuge
Autor und Geschäftsführer Manuel Zabe

Manuel Zabe

  • LinkedIn
  • Xing

Geschäftsführer der ExpertMe GmbH und Experte für Arbeitssicherheit

Erstellt am 08.06.2026

Zuletzt geändert 08.07.2024

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